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Roboter läuft übers Wasser
07. Aug 2003 12:28
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| Wasserläufer (oben rechts)
nimmt sein künstliches Gegenstück in
Augenschein. |
| Foto: David
Hu | | Wissenschaftler haben die namensgebende
Fähigkeit von Wasserläufern untersucht. Jetzt stellen sie
einen Roboter vor, der auf dem Wasser wandeln kann.
Forscher haben erstmals
erklären können, wie Wasserläufer sich auf Wasser fortbewegen.
Nach ihren Erkenntnissen sind es nicht Wellen, die die Tiere
vorantreiben, wie bislang angenommen. Ihre neue Theorie
überprüften die Wissenschaftler an «Robostrider», dem ersten
künstlichen Wasserläufer.
Riemen mit Tiefenwirkung
Das Team um John Bush vom Massachusetts Institute
of Technology in Cambridge, USA, hat die Bewegungen der
Wasserwanzen aus der Familie der Gerridae mit
Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen untersucht. Sie
präparierten die Wasseroberfläche zudem mit dem Farbstoff
Thymolblau, um Strömungen und Verwirbelungen sichtbar zu
machen.
Wie sie jetzt in der aktuellen Ausgabe des Magazins
«Nature» berichten, arbeiten die Beine der Tiere wie die
Riemen eines Bootes. Sie erzeugen Wirbel, die sich unter der
Wasseroberfläche fortsetzen. «Es ist die Rückwärtsbewegung
dieser Wirbel und nicht Oberflächenwellen, die sich die Tiere
nach vorne bewegen lässt», schreibt Michael Dickinson vom
California Institute of Technology in Pasadena, USA, in
einem begleitenden Artikel.
Lange, behaarte Beine
Die besondere Fähigkeit der Wasserläufer, die auch
einige andere Insekten teilen, hatten Wissenschaftler bislang
nicht ausreichend erklären können. Ausgewachsene Wasserläufer
haben im Vergleich zum Körper lange, behaarte Beine, die sie
über Wasser halten. Man hatte vermutet, dass sie damit Wellen
erzeugen, die nach hinten verlaufen und den Tieren Schwung
nach vorne verleihen. Wie junge Wasserläufer das mit ihren
vergleichsweise kurzen Beinen bewerkstelligen, konnte jedoch
nicht erklärt werden.
Anhand der neuen Erkenntnisse fertigten die
MIT-Forscher auch einen künstlichen Wasserläufer an.
«Robostrider» besteht aus dem Blech einer Getränkedose.
Ausgestattet mit einem Gummiband können sich die mittleren
Beine des Roboters wie die Ruder eines Bootes bewegen. So
erzeugt Robostrider Wirbel unter der Oberfläche, die ihn pro
«Schritt» um eine halbe Körperlänge vorantreiben. Allerdings
sei sein Fortbewegungsstil weniger elegant als der seiner
natürlichen Gegenstücke, berichten die Forscher.
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| Das Thymolblau auf der
Wasseroberfläche macht die Verwirbelungen
sichtbar. |
| Foto: John Bush,
MIT | |
Für das Web ediert von Patrick
Eickemeier |
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