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MIT-Forscher auf der Spur der Wasserläufer
Forscher des Massachusetts Institute of Technology
(MIT) haben erstmals einen Roboter entwickelt, der an der
Wasseroberfläche laufen kann. Robostrider, so der Name des
künstlichen Insekts, kann ebenso wie seine natürlichen
Artgenossen auf der Wasseroberfläche dahingleiten. Damit ist
den Experten gelungen, das Prinzip der Wasserläufer zu
verstehen. Das berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe
des Wissenschaftsmagazins Nature.
Die Wissenschaftler
hatten ursprünglich angenommen, dass junge Wasserläufer zu
schwach sind, um auf der Oberfläche der Gewässer zu laufen.
Nach den Erkenntnissen trifft das aber nicht zu, vielmehr
können sich auch junge Wasserläufer bereits wie adulte
verhalten. "Über den Halt der Insekten an der Oberfläche waren
weniger Zweifel vorhanden", berichtet der MIT-Mathematiker und
Projektleiter John Bush. "Von der Hydrodynmsaik semiaquatisch
lebender Tiere ist der Wissenschaft aber generell bisher wenig
bekannt gewesen", so Bush. Zu den Rätseln zählte die Frage,
wie Wasserläufer bis zu 150 Zentimeter pro Sekunde über die
Oberfläche gleiten können, oder wie es die größten Arten, die
bis zu 20 Zentimeter lang werden, schaffen nicht
unterzugehen", führt Bush aus. Mit Hilfe von Färbemitteln im
Wasser konnten die Wissenschaftler den Lauf der kleinen
Insekten beobachten. Hochgeschwindigkeitskameras filmten die
Bewegungsabläufe. "Wasserläufer rudern über das Wasser ohne
die Wasseroberfläche zu durchbrechen", so Bush, der gemeinsam
mit David Hu und Brian Chan an dem Projekt arbeitete. "Die
Bewegungen des Wasserläufers hinterlassen verräterische kleine
Wirbel auf der Wasseroberfläche, die hinter der Kamera
deutlich sichtbar wurden", berichten die Forscher. Diese
Wirbel waren der Schlüssel zur Erforschung der
Bewegungsabläufe.
Der künstliche Roboter-Wasserläufer
(Bild) ist etwas größer als seine natürlichen Verwandten und
aus Getränkedosen und Stainless-Steel gefertigt. "Außerdem
sind seine Bewegungen bei weitem nicht so elegant", berichten
die Wissenschaftler. Die Robotervariante zeigt aber deutlich,
dass die MIT-Forscher das Prinzip der Bewegungsabläufe und der
Ausnutzung der Oberflächenspannung der echten Wasserläufer
richtig verstanden haben. Bush will aber weitere wasserlebende
Tiere und deren Bewegungen und Antriebe mathematisch
untersuchen. "Die Physik und die Dynamik der Flüssigkeiten bei
Lebewesen wurden bisher viel zu ungenau untersucht", so der
Mathematiker. Der Wissenschaftler glaubt, dass dabei weitere
biologische Phänomene vorhanden sind. Darüber hinaus könne das
Wissen auch für die Entwicklung neuer Technologien von Nutzen
sein.
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